Das Torhaus Wellingsbüttel

Das um 1750 entstandene Wandgemälde hing früher im Gartensaal des zur gleichen Zeit errichteten Herrenhauses Wellingsbüttel und zeigt eine Maskenballszene in höfischem Ambiente. Das Bild ist eines der wenigen erhaltenen Objekte aus der ursprünglichen Inneneinrichtung des Herrenhauses. 1940 wurde es, damals bereits stark beschädigt, vom Denkmalschutzamt sichergestellt und im Magazin der Hamburger Kunsthalle eingelagert. 1957 wurde es dem Alster- verein für sein neues Museum überlassen. Bei der Aufhängung wurde es erneut in Mitleidenschaft gezogen. Heute befindet es sich in der Bibliothek des Museums.

Das Fachwerkgebäude stammt aus dem Jahr 1757. Bauherr war der
adlige Gutsherr Theobald Joseph von Kurtzrock. Er war kaiserlicher Diplomat und Repräsentant der Thurn und Taxisschen Post in Hamburg.

Das Torhaus, als dessen Architekt der Eutiner Hofbaumeister Gregor Greggenhofer gilt, war nicht nur repräsentatives Entree zu dieser klassischen holsteinischen Gutsanlage mit Herrenhaus, Pferdestall, Kornscheune und Kuhhaus, sondern ursprünglich auch integriert in den landwirtschaftlichen Alltag des Gutsbetriebes. Im linken Flügel befanden sich Pferdestallungen und eine Kammer für die Pferdeknechte (heute Vortragsraum) und im rechten Flügel waren die Wohnung des Großknechts sowie Landarbeiterwohnungen (heute Museum) untergebracht. Über der früher mit einem großen Tor verschlossenen Durchfahrt befand sich ein Kornboden.

1938 wurde das Gut Wellingsbüttel mit Herrenhaus und Torgebäude von der Hansestadt Hamburg erworben. Das Torhaus war zu dieser Zeit bereits renovierungsbedürftig. Nach 1943 diente das Gebäude ausgebombten Hamburger Familien als Unterkunft. In den Jahren nach 1952 wurde auf Initiative des Alstervereins und des Bürgervereins Wellingsbüttel mit der Renovierung des linken Gebäudeteils begonnen, mit der Absicht, das Haus einer kulturellen Nutzung zuzuführen. Der Lichtwark-Ausschuss und der damalige Wandsbeker Bezirksamtsleiter Achim-Helge von Beust  koordinierten das Projekt. Spenden aus der Bevölkerung des Alstertals und die finanzielle Förderung durch die Kulturbehörde unter Senator Dr. Hans Biermann-Ratjen ermöglichten nach anfänglichen Schwierigkeiten den Fortgang der Bauarbeiten. Am 27. Oktober 1957 wurde das Gebäude mit der Eröffnung des Alstertal-Museums der Öffentlichkeit übergeben.

Erst zwischen 1967 und 1973 wurde, auf Anregung des damaligen Hamburger Bürgermeisters Professor Herbert Weichmann, der rechte Flügel instandgesetzt.

Im Herbst 2007 feierten Alsterverein und Bürgerverein den 250. Geburtstag des denkmalgeschützten Torhauses, das als eines der schönsten Gebäude des Alstertals gilt. Die landschaftlich reizvolle Lage in unmittelbarer Nähe zum Alsterwanderweg verstärkt seine Attraktivität.