Ludwig Frahm (1856-1936)

Ludwig Frahm, in Timmerhorn bei Ahrensburg geboren, war ab 1873 an den holsteinischen Dorfschulen in Jersbek, Ahrensburg und Bielenberg tätig. Nach der seminaristischen Ausbildung in Uetersen arbeitete er als Lehrer zunächst in der Nähe von Rendsburg, ab 1879 in Rethwischfeld. Von 1890 bis zu seiner Pensionierung 1921 lebte und arbeitete er in Poppenbüttel.

Frahm veröffentlichte zusammen mit anderen schleswig-holsteinischen „Vaterlandsfreunden“ landeskundliche Anthologien. Dazu kamen aus eigener Feder Prosawerke und Lyrik.  

Ein wichtiges Anliegen war ihm die Förderung der plattdeutschen Sprache, und für das Wörterbuch von Otto Mensing lieferte er viele Kommentare.  Ein weiterer Schwerpunkt war die Beschäftigung mit seiner Stormarner Heimat. 1896 veröffentlichte er eine Wandkarte des Kreises für Schulzwecke. 1907 gab er im Selbstverlag „Stormarn und Wandsbek. Ein Hand- und Hausbuch der Heimatkunde“ heraus.

1900 gehörte er zu den maßgeblichen Gründungsvätern des Alstervereins und wurde ein Jahr später Herausgeber des Jahrbuchs. Darin veröffentlichte er zahlreiche Beiträge zur Geschichte, Volkskunde und Geografie aus dem südlichen Stormarn und dem Gebiet der Oberalster. Frahm registrierte  den Niedergang der ländlichen Lebensformen im Zuge der wachsenden Verstädterung (Hamburg rückte immer näher) und betonte demgegenüber Heimatliebe und dörfliche Gemeinschaft. Viele seiner Abhandlungen werden heute wegen ihrer idealisierenden Darstellung eher kritisch beurteilt.  Dennoch bleibt es Frahms Verdienst, für die Heimatkunde und später die Lokalgeschichte des Alstertals wegweisend gewesen zu sein.