Die Geschichte des Alstervereins


Der Alsterverein wurde am 18. Februar 1900 auf Initiative des Lehrers und Heimatforschers Ludwig Frahm in Poppenbüttel gegründet – im Landkreis Stormarn in der damals preußischen Provinz Schleswig-Holstein.

Zu den Gründungsmitgliedern gehörte neben Poppenbütteler Honoratioren der Hamburger Maler Arthur Illies, der um 1900 die Landschaft des Alstertals für die Kunst entdeckte. Von ihm stammt auch das Vereinssignet, das eine symbolische Alsterdarstellung zeigt. Das Jugendstilornament ist auch als Titelbild auf dem seit 1901 erscheinenden Jahrbuch des Alstervereins wiedergegeben.
Ziel des Vereins ist die Förderung der Heimatkunde und des Naturschutzes im Alstertal. Die Schaffung des Alsterwanderweges wurde maßgeblich vom Verein angeregt.

Seit 1957 unterhält der Verein im Torhaus des ehemaligen Gutes Wellingsbüttel das Alstertal-Museum mit Exponaten zur Alster-Schifffahrt zwischen Hamburg und Holstein sowie zur regionalen Geschichte.
Der Alsterverein ist Träger des Wandsbeker Kulturpreises 2000 und des Alstertaler Kulturpreises 2007.

Im Gasthof „zur Alsterschlucht“ wurde im Jahr 1900 der Alsterverein gegründet. Drei Jahre vorher wurde das Haus am alten Treudelberg, unmittelbar hinter Poppenbüttel, errichtet. Zu dem idyllisch gelegenen Anwesen mit großem Restaurant, Tanzsalon und Doppelkegelbahn gehörte auch ein Park mit Aussichtspavillon und Bootsanlegestelle. Bis in die 1930er Jahre war es eines der beliebtesten Ausflugs- lokale im Alstertal. Nach Besitzerwechsel und verschiedenen Nutzungen wurde das Gebäude 1951 abgerissen.


Ludwig Frahm


Ludwig Frahm, in Timmerhorn bei Ahrensburg geboren, war ab 1873 an den holsteinischen Dorfschulen in Jersbek, Ahrensburg und Bielenberg tätig. Nach der seminaristischen Ausbildung in Uetersen arbeitete er als Lehrer zunächst in der Nähe von Rendsburg, ab 1879 in Rethwischfeld. Von 1890 bis zu seiner Pensionierung 1921 lebte und arbeitete er in Poppenbüttel.

Frahm veröffentlichte zusammen mit anderen schleswig-holsteinischen „Vaterlandsfreunden“ landeskundliche Anthologien. Dazu kamen aus eigener Feder Prosawerke und Lyrik.  

Ein wichtiges Anliegen war ihm die Förderung der plattdeutschen Sprache, und für das Wörterbuch von Otto Mensing lieferte er viele Kommentare.  Ein weiterer Schwerpunkt war die Beschäftigung mit seiner Stormarner Heimat. 1896 veröffentlichte er eine Wandkarte des Kreises für Schulzwecke. 1907 gab er im Selbstverlag „Stormarn und Wandsbek. Ein Hand- und Hausbuch der Heimatkunde“ heraus.

1900 gehörte er zu den maßgeblichen Gründungsvätern des Alstervereins und wurde ein Jahr später Herausgeber des Jahrbuchs. Darin veröffentlichte er zahlreiche Beiträge zur Geschichte, Volkskunde und Geografie aus dem südlichen Stormarn und dem Gebiet der Oberalster. Frahm registrierte  den Niedergang der ländlichen Lebensformen im Zuge der wachsenden Verstädterung (Hamburg rückte immer näher) und betonte demgegenüber Heimatliebe und dörfliche Gemeinschaft. Viele seiner Abhandlungen werden heute wegen ihrer idealisierenden Darstellung eher kritisch beurteilt.  Dennoch bleibt es Frahms Verdienst, für die Heimatkunde und später die Lokalgeschichte des Alstertals wegweisend gewesen zu sein.